Geschichte

                                  

 

Start

Im März 2009 beging unser Orchester sein 110-jähriges Bestehen und ist damit das älteste reine Bandonionorchester der Welt!

Ein lückenloser Nachweis unserer Existenz wurde aus Anlass der  Verleihung der ProMusica-Plakette durch den Bundespräsidenten erbracht und besteht aus alten Fotos, einem Kassenbuch von 1901 bis 1904,Versammlungs-Protokollen und Programmzetteln.

 

Es haben sich am 18.März 1899 vierzehn Bandonionspieler zusammengefunden, um sich und anderen Leuten Freude zumachen.

Sie nannten den Verein Erster Hallischer Bandonionclub.

Es fanden regelmäßig gesellige Abende und Konzerte statt.

Geführt wurde das Orchester musikalisch immer von einem Dirigenten.

Wie es damals üblich war, wurden Märsche, Ouvertüren, Charakterstücke, Konzertwalzer und Potpourries gespielt.

 

Die meisten Konzerte fanden im großen Saal der Zoogaststätte zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten statt.

In der Stadt Halle gründeten sich nach uns noch weitere fünf  Bandonionorchester. Alle Orchester waren gemeinsam zumindest zeitweise in der Orchestervereinigung „Ideal“.

Warum unser Orchester sich “Erstes“ nannte ist also damit geklärt.

Die anderen Vereine nannten sich:

Edelweiß, Tannhäuser, Lyra, Gut Ton und Harmonie. Außerdem gab es in den Vororten auch noch einige Orchester. So ist der langjährige Kassierer Paul Drobe (Opa von W.Thurm) aus dem Bandonionverein Diemitz zum Orchester gekommen.

 

Durch den Zweiten Weltkrieg hatte die Zahl der Bandonionspieler sehr abgenommen. Da schon vor dem Krieg unser Orchester eine dominierende Rolle in Halle spielte, sammelten sie sich nach dem Krieg alle in unserem Orchester.

In der Nachkriegszeit spielte man in Krankenhäusern und Feierabendheimen, sowie auf Betriebsfesten - meistens nur für Essen und Trinken.

1949 übernahm Walter Rößler die organisatorische Leitung des Orchesters und konnte den Berufsmusiker Edwin Müller als Dirigenten gewinnen.

 

Das erste öffentliche Konzert fand Weihnachten statt und war für alle ein Grund zum Optimismus.

Unser Orchester durfte in der DDR nicht als Verein auftreten und wurde in der so genannten „Volksbühne“ organisiert. Später waren wir Mitglied der „Volksmusikschule“.

Geprobt wurde in der Gaststätte „Hübner“ in der Kurzen Gasse (Nähe Leipziger Turm).

1950 wurde durch den Ersten Vorsitzenden und späteren Dirigenten Walter Rößler eine Kindergruppe gegründet.

Dies war eine der glücklichsten Entscheidungen der Orchestergeschichte, denn drei Bandonionspieler sind aus dieser Gruppe ins große Orchester gekommen.

Die ersten waren Bodo Erdmann und Wilfried Thurm. Etwas später kam dann Peter Rüdiger dazu. Christel und Hartmut Kieselbach noch ein bisschen später.

Die Kindergruppe hat bis 1989 bestanden und sie wurde ab 1966 durch Günter Wölfer und Ch. Kieselbach geleitet.

Ralf Wölfer, Birgit Jentsch und Annette Thomä sind durch diese Beiden ausgebildet worden.

Thomas Kieselbach, unser Jüngster, hatte seine Mutter und sich selbst als Lehrmeister.

 

1953 musste Edwin Müller aus gesundheitlichen Gründen die Stabführung abgeben.

Walter Rößler übernahm nun auch die musikalische Leitung.

Durch eigene Kompositionen versuchten er und unser Solist Karl Sturm das Repertoire des Orchesters zu erweitern.

Noch heute werden einige Stücke von ihnen durch uns, aber auch durch andere Orchestern gespielt.

 

1955 wurde das Orchester als „Zirkel“ im Klubhaus der Gewerkschaften aufgenommen. Bis 1990 waren wir dort gut aufgehoben und haben viel Unterstützung finanziell und künstlerisch erhalten.

Bis 1965 war Walter Rößler unser Dirigent.

Leider gab es Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und uns.

 

Die Leitung des Orchesters übernahm dann der Vollblutmusiker Hanns Kochanowski, der als künstlerischer Leiter im Klubhaus tätig war. Mit seiner Hilfe nahmen wir einen Aufschwung, der vor allem unsere Stücke, aber auch die Spielweise betraf. Früher spielten alle die gleiche Stimme, nur gelegentlich war mal eine Nebenstimme oder eine zweite Stimme vorhanden.

Jetzt spielten wir mehrstimmig (polyphon).

 

Diese Arbeit setzte dann ab 1968 der Musikpädagoge und Komponist Josef Bönisch fort. Er brachte mit seiner ruhigen Art und seinen Kompositionen das Orchester wieder ein Stück weiter.

 

1977 war dann Günter Wölfer der Dirigent. Er hat uns bis zu seinem Tod im Jahr 1991 geführt.

Wir wurden zu DDR-Zeiten dreimal als „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ ausgezeichnet.

Ab 1989 war Karl-Heinz Heller unser Bassist. Er hatte uns mit seiner großen Erfahrung bis zu seinem Ableben im Jahr 2000 unterstützt. Karl-Heinz arrangierte und komponierte für uns, und hat uns die Liebe zum Swing beigebracht.

 

Nach der Wende mussten wir uns organisatorisch völlig neu orientieren.

Für eine Vereinsgründung waren wir zu wenig Leute und auch zu ängstlich. Die Gründung einer Dachorganisation ging schief.

 

Da ergab sich die Möglichkeit, in der neuen Volkssolidarität als Kulturgruppe unterzukommen.

Diese Zusammenarbeit ist sehr glücklich. Wir haben einen Übungsraum, haben Publikum, und mit den Chören und dem großen Orchester wunderbare Kooperationspartner bei den gemeinsamen Auftritten.

 

In jüngster Zeit haben wir mit Hilfe unseres Bassisten, Burkhard Stettinius, unser Repertoire und unsere Spielweise verändert.

Wir spielen genauer und harmonischer. Auch die gefürchteten argentinischen Tangos werden von uns inzwischen gespielt.

Auch Bach- und Händelstücke machen uns keine Angst.

 

Die Einstudierung der Stücke erfolgt durch B. Stettinius, P. Rüdiger und W. Thurm.

Die Einsätze gibt W.Thurm vom Stuhl aus. Danach muss mit eiserner Disziplin das Stück wie einstudiert gespielt werden.

Mittlerweile gibt es wohl kein Orchester mehr, welches dirigiert wird.

 

Organisatorisch wird unser Orchester von P. Rüdiger und W. Thurm geleitet. B. Erdmann ist Kassierer.

Die Arrangements von B. Stettinius werden von Annette Thomä aufbereitet und für die Bandonions spielbar geschrieben.

Tontechnik und Homepage sind eine Sache von Thomas Kieselbach.

Herzlichen Dank an die „Nichtbandonionspieler“, unsere Rhythmusgruppe! Sie sind gewissermaßen das Salz an der Suppe.

Auch eine Sängerin, Ingrid Krohn, haben wir zu extra arrangierten Stücken.

 

Erwähnenswert ist auch, dass wir ein reines Bandonionorchester sind, also keine fremden Melodie-Instrumente im Klankörper haben.

Früher gab es mehrere Geigen, ein Cello und einen Kontrabass.

 

Die Orchesterleiter aller Zeiten:

1899 – 1914             O. Zeuner

1918 – 1923             M. Mühle

1923 – 1934             A. Tabert

1934 – 1936            H. Balasus

1936 – 1940             A. Tabert

1940 – 1945            A. Kriebel

1945 – 1949                 ohne

1949 – 1953             E. Müller

1953 – 1965             W. Rößler

1965 – 1968       H. Kochanowski

1968 – 1977             J. Bönisch

1977 – 1991             G. Wölfer

1991 – jetzt   W. Thurm/P. Rüdiger


News
Geschichte
Vereinsmitglieder
Bildergalerie
Demo
Links
Kontakt





<